 alter Holzstich Die ersten Ursprünge des Bergbaus im Erzgebirge lassen sich auf das Jahr 1168 datieren. Beim heutigen Freiberg fand man Silber. Unter maßgeblicher Beteiligung der Landesherrschaft entstanden nicht nur Bergwerke, Gruben und Verarbeitungsanlagen, sondern ganze planmäßig angelegte Bergbaustädte.
Zu ihnen gehörten das Gebiet um Schwarzenberg (Erla, Pöhla, Sachsenfeld, Wildenau), Annaberg, Buchholz, Marienberg und Lengefeld. Dem frühkapitalistischen Bergwesen dienten bedeutende Gelehrte, wie der Rechenmeister Adam Ries, der von 1532 bis 1559 in Annaberg das Bergrechnungswesen führte, sowie der Arzt und Wissenschaftler Georg Agricola (1494-1555). Die erste Krise machte sich um 1380 bemerkbar, denn die oberflächennahen Zonen waren ausgebeutet, und die Erschließung tiefer gelegener Lagerstätten erforderte großen Aufwand. Dennoch wurde weitere Jahrzehnte der Bergbau in vielen Bingen des Erzgebirges weitergeführt, bis man im Jahre 1491 am Schreckenberg, bei Annaberg, wenig später bei Marienberg Silbervorkommen fand. Nach und nach, vorangetrieben vom technischen Fortschritt, gewann neben dem Silberbergbau das Schürfen nach Zinn, Blei, Zink und Kobalterzen an Bedeutung. Dies alles führte zur zweiten Hochblüte des Bergbaus, die bis zum Ende des 16. Jahrhunderts andauerte.
 Mundloch In Folge des zweiten großen „Bergkgeschrey“ wurden Straßen gebaut, auf denen das kostbare Edelmetall abtransportiert wurde, um vor allem die stets aufnahmebereiten Schatzkammern der wettinischen Landesherren in Dresden zu füllen. Von allen ist die so genannte "Silberstrasse" die berühmteste und noch heute durch ihre Bauwerke, die vom einstigen Reichtum berichten, bekannt. Sie führt über 230 km von Zwickau nach Dresden. Der hereinbrechende 30jährige Krieg (1618-1648) bereitete dem Aufschwung ein jähes Ende. Um 1650 brachte die Entdeckung neuer Silbererzvorkommen bei Johanngeorgenstadt im westlichen Erzgebirge neue Impulse. Doch der 7jährige Krieg (1756-1763) stürzte den Bergbau erneut in eine Krise. Die Bergakademie Freiberg wurde 1765 gegründet. Hier erhielten die im Lande ansässigen Studenten kostenlose Unterweisung und praktische Ausbildung in Berg- und Hüttenwesen. Da der durch die ständigen Krisen geschüttelten Bergbau stark zurück gang, nutzten geschäftstüchtige Verleger die Notlage der Erzgebirgsbewohner aus und vergaben Textilarbeiten, wie Spitzenklöppeln und Posamentieren, als Heimaufträge an Frauen und Kinder. Bis heute hat sich das Klöppeln als traditionelles Gewerbe erhalten.
 Drechsler Holzstich Auch die Metallverarbeitung und -bearbeitung zogen als Erwerbszweige ein. Eine Anzahl von Hüttenwerken lieferte das Rohmaterial, das bereits seit dem 16. Jahrhundert in mehreren Hammerwerken weiter verarbeitet wurde. Durch den jetzt sehr stark zurückgehenden Bergbau, mussten sich die Gebirger neue Erwerbszweige suchen. Viele Einwohner waren in dieser Zeit schon in der Textilproduktion tätig. Da diese aber nicht zum Lebensunterhalt reichte, machten Sie sich Ihre Flexibilität und Handwerklichkeit zu Nutze und siedelten die Holzwaren- und Spielzeugherstellung vor allem im Osterzgebirge an.Im Oberen und westlichen Erzgebirge entwickelten sich dagegen der Maschinenbau und die Textilindustrie. Die Bergbautradition lebte aber trotzdem weiter; ab ca. 1820 wird in Johanngeorgenstadt Uranerz abgebaut, welches zur Farbenherstellung verwendet wurde. Durch reiche Erzanbrüche wird die Himmelfahrt Fundgrube zur ertragreichsten Freiberger Grube im 19. Jahrhundert. Auch in Altenberg brachte die Gewinnung von Wolframerzen einen kleinen Aufschwung. Doch gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam der Bergbau dann langsam zum Erliegen. Zur Rohstoffgewinnung in den Kriegsjahren des 1. und 2. Weltkrieges wurde der Bergbau im Erzgebirge nochmals intensiviert.
 Bergbauarbeiter Nach dem Ende des II. Weltkrieges interessierten ich die sowjetischen Besatzer vor allem für die Uranerze die hauptsächlich in den Lagerstätten Johanngeorgenstadt, Aue und Schlema abgebaut wurden. Der enorme Aufwand und relativ geringe Nutzen, ließen den Uranbergbau dann langsam zurückgehen. In den Altenberger und Ehrenfriedersdorfer Revieren wurde bis zum Ende der neunziger Jahre Zinnerz abgebaut. Auch andere Lagerstätten wie z.B. Pöhla förderten Zinnerz. Die Steinkohleproduktion in Zwickau und anderen Lagerstätten hielt sich bis Ende der 70’er Jahre. 1991 war dann das Ende der erzgebirgischen Bergbautradition. Der sich bis in die neunziger Jahre entwickelnde Maschinenbau, die Textilindustrie (Zum Beispiel die Annaberger Posamenten) und die Landwirtschaftliche Nutzung kam durch die Deutsche Einheit zum Einsturz. Die jetzige Entwicklung des Erzgebirges spezialisiert sich auf die touristische Vermarktung dieses wunderschönen Flecken Erdes.
[Übersicht als Zeittafel] |